Ratgeber · WooCommerce
Merchant Center: Artikel abgelehnt – die häufigsten Gründe
Ungültige GTIN, abweichender Preis, falsche Verfügbarkeit: Wenn Google Produkte ablehnt, verschwinden sie aus Shopping-Anzeigen und kostenlosen Einträgen. Hier die typischen Fehler aus WooCommerce-Feeds und wie Sie sie dauerhaft beheben.
Von Karsten Höfner · Stand Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Die meisten Ablehnungen haben drei Ursachen: Produktkennzeichnungen (GTIN fehlt oder ist ungültig, Marke fehlt), Abweichungen zwischen Feed und Produktseite (Preis, Verfügbarkeit, Versandkosten) und Bilder. Beheben Sie die Ursache im Shop, nicht im Feed-Plugin – sonst kommt der Fehler mit der nächsten Aktualisierung zurück. Bei vielen Artikeln hilft eine Liste der betroffenen Artikel mit Artikelnummer.
Die häufigsten Fehler und was dahintersteckt
Ungültige GTIN
Google prüft Länge und Prüfziffer. Gültig sind 8, 12, 13 oder 14 Ziffern, ohne Leerzeichen und Buchstaben. Typische Ursachen: ein Tippfehler, eine beim Excel-Import verlorene führende Null, eine Lieferanten-Artikelnummer im GTIN-Feld oder eine Großhandels-GTIN für einen Karton statt des einzelnen Artikels. Nummern, die mit 2 beginnen, sind für interne Zwecke reserviert und werden nicht akzeptiert.
Lösung: GTINs beim Speichern prüfen (siehe Snippet GTIN-Prüfziffer prüfen) und falsche Nummern beim Lieferanten korrigieren lassen. Für Artikel ohne offizielle GTIN – etwa Eigenanfertigungen – lassen Sie das Feld leer und geben Marke und Herstellernummer (MPN) an.
Fehlende Kennzeichnungen
Für Markenartikel erwartet Google GTIN oder Marke plus Herstellernummer. Fehlt beides, werden Artikel eingeschränkt oder abgelehnt. Pflegen Sie die Marke als eigenes Feld, nicht nur im Produkttitel.
Preis stimmt nicht mit der Produktseite überein
Google vergleicht den Feed mit der Produktseite. Häufige Ursachen: ein Cache, der den alten Preis zeigt; ein Sonderpreis, der im Feed fehlt oder schon abgelaufen ist; Preise ohne Mehrwertsteuer im Feed, obwohl in Deutschland für Endkunden Bruttopreise gelten; ein anderer Preis für Besucher aus dem Ausland. Lösung: Feed und Cache nach Preisänderungen gemeinsam aktualisieren, Sonderpreise mit Start- und Enddatum pflegen.
Verfügbarkeit stimmt nicht
Der Feed meldet „auf Lager“, die Seite „nicht vorrätig“ – oder umgekehrt. Das passiert, wenn Bestände aus einer Warenwirtschaft nur einmal am Tag kommen, der Feed aber zu einer anderen Zeit erstellt wird, oder wenn Varianten unterschiedliche Bestände haben, der Feed aber nur das Elternprodukt kennt.
Produktseite nicht erreichbar
Der Google-Crawler bekommt eine Fehlermeldung, eine Weiterleitung oder eine Sperre. Prüfen Sie Sicherheits-Plugins und Firewalls, Ländersperren und Einstellungen in der robots.txt. Auch eine Wartungsseite zur falschen Zeit führt zu Ablehnungen.
Bilder
Abgelehnt werden Platzhalterbilder, Bilder mit Werbetext oder Wasserzeichen, zu kleine Bilder und Bilder, die nicht abrufbar sind. Hauptbild ist immer das Produkt selbst auf ruhigem Hintergrund.
Versandkosten fehlen
Ohne Versandangabe im Merchant Center oder im Feed lehnt Google Artikel ab. Am einfachsten hinterlegen Sie die Versandkosten direkt im Merchant Center, passend zu Ihren Versandzonen in WooCommerce.
Bei vielen Artikeln: erst die Liste, dann die Korrektur
Das Merchant Center zeigt Fehler pro Artikel – bei hunderten Ablehnungen ist das mühsam. Sinnvoller ist eine Tabelle mit Artikelnummer, Fehler und betroffenem Feld, die Sie sortieren, an Lieferanten schicken oder per Import korrigieren. Genau dafür haben wir den Product Feed Issues Exporter gebaut: Er liest die Probleme aus dem Merchant Center aus, ordnet sie den WooCommerce-Artikeln zu und exportiert sie als CSV mit SKU und Produkt-ID.
Nach der Korrektur
Google prüft Artikel nach einer Feed-Aktualisierung erneut. Das kann bis zu einigen Tagen dauern. Bei Kontosperren oder Richtlinienverstößen müssen Sie die Prüfung im Merchant Center selbst anstoßen – erst, wenn die Ursache wirklich behoben ist, sonst wird die nächste Prüfung länger.
Viele Artikel abgelehnt und keine Zeit zum Suchen?
Wir bereiten Ihre Produktdaten auf – GTINs prüfen, Marken ergänzen, Varianten sauber anlegen – als Import-Datei für WooCommerce oder JTL-Wawi.
Häufige Fragen
Muss jedes Produkt eine GTIN haben?
Nein. Für Artikel, für die es keine GTIN gibt – etwa selbst hergestellte Ware oder Ersatzteile ohne Barcode – lassen Sie das Feld leer. Gibt es eine GTIN, sollten Sie sie angeben, sonst werden die Artikel schlechter ausgespielt.
Darf ich mir eine GTIN ausdenken oder eine freie Nummer verwenden?
Nein. GTINs vergibt GS1 an Hersteller. Erfundene oder fremde Nummern führen zu Ablehnungen und im Wiederholungsfall zu Problemen mit dem ganzen Konto.
Warum werden Artikel abgelehnt, obwohl Preis und Bestand stimmen?
Oft sieht der Google-Crawler eine andere Seite als Sie: aus dem Cache, mit anderem Preis für ausländische Besucher oder hinter einer Sperre. Prüfen Sie die Seite mit dem URL-Prüftool in der Search Console.
Wie lange dauert es, bis korrigierte Artikel wieder erscheinen?
Meist ein bis drei Tage nach der nächsten Feed-Aktualisierung. Mit einer häufigeren Abrufzeit für den Feed geht es schneller.