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Ratgeber · WooCommerce

WooCommerce-Shop umziehen – ohne Ausfall und ohne verlorene Bestellungen

Neuer Hoster, eigener Server oder neue Domain: Ein Shop-Umzug ist planbar. Entscheidend sind die Vorbereitung, ein Test vor der Umstellung und die Dinge, die gern vergessen werden – E-Mail, Zahlungsanbieter, Warenwirtschaft.

Von Karsten Höfner · Stand Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Planen Sie den Umzug in fünf Schritten: vorbereiten (Zeitpunkt, TTL der Domain senken, Zugänge sammeln), Kopie auf den neuen Server übertragen, dort über die hosts-Datei testen, kurz vor der Umstellung die neuesten Bestellungen nachziehen, dann die Domain umstellen. E-Mail-Einträge (MX), SSL-Zertifikat, Cronjobs, Zahlungsanbieter und die Anbindung der Warenwirtschaft nicht vergessen.

Vorbereitung

  • Zeitpunkt: Ein ruhiger Tag, keine Aktion, kein Monatsende mit vielen Bestellungen.
  • Neuer Server: Gleiche oder neuere PHP-Version als bisher, ausreichend Speicher, Zugriff per SSH, wenn möglich. Prüfen Sie die Anforderungen Ihrer Plugins.
  • Domain: Senken Sie ein bis zwei Tage vorher die TTL der DNS-Einträge, zum Beispiel auf 300 Sekunden. Dann greift die Umstellung später schnell.
  • E-Mail: Klären Sie, wo die Postfächer liegen. Ziehen nur Website und Shop um, dürfen die MX-Einträge nicht verändert werden – sonst kommen keine Mails mehr an.
  • Bestandsaufnahme: Cronjobs, eigene Server-Einstellungen, Weiterleitungen in der .htaccess, externe Dienste mit hinterlegter Shop-Adresse (Zahlungsanbieter, Warenwirtschaft, Marktplätze, Feeds).

Ablauf

  1. Kopie erstellen – alle Dateien und ein Datenbank-Export. Bei großen Shops per SSH und mysqldump, nicht über das Browser-Werkzeug des Hosters.
  2. Auf den neuen Server übertragen – Dateien hochladen, Datenbank importieren, Zugangsdaten in der wp-config.php anpassen.
  3. Bei neuer Domain: Adressen ersetzen – mit einem Werkzeug, das serialisierte Daten versteht, etwa wp search-replace per WP-CLI. Ein einfaches Suchen und Ersetzen in der SQL-Datei zerstört Einstellungen von Plugins und Theme.
  4. Testen, bevor die Welt es sieht – über einen Eintrag in der hosts-Datei Ihres Rechners rufen Sie die Domain auf dem neuen Server auf, während alle anderen noch den alten sehen. Testen Sie Kasse, E-Mails, Suche, Bilder und den Abgleich.
  5. Bestellungen nachziehen – zwischen Kopie und Umstellung kommen weitere Bestellungen. Entweder kurz vor der Umstellung den Shop in Wartung setzen und die Datenbank erneut übertragen, oder die neuen Bestellungen gezielt nachtragen.
  6. Domain umstellen – A- und AAAA-Eintrag auf den neuen Server. SSL-Zertifikat auf dem neuen Server ausstellen.
  7. Nacharbeiten – Cronjobs einrichten, Cache leeren, Zahlungsanbieter testen, Warenwirtschaft und Feeds prüfen, den alten Server erst nach einigen Tagen abschalten.

Was gern vergessen wird

BereichWas zu tun ist
ZahlungsanbieterBei neuer Domain: Rückmelde-Adressen (Webhooks, IPN) bei PayPal, Stripe und Co. anpassen. Sonst bleiben Bestellungen auf „ausstehend“.
WarenwirtschaftShop-Adresse und Zugangsdaten des Connectors in JTL-Wawi oder anderen Systemen anpassen.
E-Mail-VersandVersand über SMTP mit SPF, DKIM und DMARC prüfen. Ein neuer Server ohne passende Einträge landet im Spam.
Geplante AufgabenEchte Cronjobs auf dem neuen Server einrichten, falls WP-Cron abgeschaltet war.
GoogleBei neuer Domain: 301-Weiterleitungen für jede alte Adresse, Adressänderung in der Search Console, Feed-Adresse im Merchant Center.
SicherungenNeue Sicherung auf dem neuen Server einrichten und einmal testen.

Umzug lieber abgeben?

Wir ziehen Ihren WooCommerce-Shop um – mit Test vor der Umstellung, ohne verlorene Bestellungen. Preis nach Aufwand, vorher fest vereinbart.

Umzug anfragen

Häufige Fragen

Wie lange ist der Shop beim Umzug offline?

Bei guter Vorbereitung nur wenige Minuten für das letzte Nachziehen der Datenbank. Die eigentliche Arbeit passiert vorher auf dem neuen Server, während der alte weiterläuft.

Verliere ich beim Umzug meine Google-Platzierungen?

Bei gleicher Domain nicht. Bei einer neuen Domain kommt es auf saubere 301-Weiterleitungen für jede alte Adresse an. Kurzfristige Schwankungen sind normal.

Reicht ein Umzugs-Plugin?

Für kleine Seiten oft ja. Bei großen Shops brechen Plugins wegen Zeit- und Speichergrenzen gern ab. Dann ist der Weg über SSH, Datenbank-Export und WP-CLI zuverlässiger.

Muss ich meine E-Mail-Adressen mit umziehen?

Nicht zwingend. Website und Postfächer können bei verschiedenen Anbietern liegen. Wichtig ist nur, dass beim Umstellen der Domain die Einträge für E-Mail (MX) unverändert bleiben oder bewusst mit umgezogen werden.